Ginkgoholz lässt sich grundsätzlich im Ofen nutzen, aber es gehört nicht zu den Holzarten, bei denen ich automatisch an gutes Dauerbrennholz denke. Entscheidend sind vor allem Holzfeuchte, Naturbelassenheit und der passende Ofentyp - genau daran hängt in der Praxis, ob daraus ein brauchbarer Brennstoff oder nur mühsam abbrandendes Restholz wird. In diesem Artikel ordne ich deshalb ein, wie sich das Holz des Ginkgos beim Heizen wirklich verhält und worauf du in Deutschland achten musst.
Die wichtigsten Punkte zu Ginkgoholz als Brennstoff
- Ja, verbrennen kann man es - aber nur naturbelassen, trocken und in einer dafür geeigneten Feuerstätte.
- Eine 2024 veröffentlichte Pilotstudie ordnet Ginkgoholz mit einer Dichte von etwa 0,486 g/cm³ bei 12 % Holzfeuchte im Bereich mitteldichter Hölzer ein.
- Für Brennholz ist die Holzfeuchte wichtiger als die Baumart; als Zielwert gelten 15 bis 20 % Restfeuchte.
- Frisch geschlagenes Holz liegt je nach Holzart oft bei 45 bis 60 % Wassergehalt und braucht meist 1 bis 2 Jahre zum Trocknen.
- In Deutschland gelten die Regeln der 1. BImSchV: nur naturbelassenes Holz, keine Lacke, keine Imprägnierungen, keine behandelten Holzreste.
- Für lange Glut und stabile Wärme ist Ginkgoholz eher Ergänzungs- als Premium-Brennholz.
Kann man Ginkgoholz überhaupt verbrennen
Kurz gesagt: Ja, grundsätzlich schon. Für die Praxis ist aber nicht der Baumname entscheidend, sondern ob das Holz naturbelassen ist, ob der Ofen dafür freigegeben ist und ob die Scheite trocken genug sind. Nach der 1. BImSchV dürfen in Haushaltsfeuerstätten nur Brennstoffe eingesetzt werden, die für solche Anlagen zugelassen sind; bei offenem Kamin ist der Rahmen noch enger, dort ist der Betrieb nur gelegentlich erlaubt und es kommt ausschließlich naturbelassenes stückiges Holz oder Holzbriketts infrage.
Genau hier liegt der erste Denkfehler vieler Eigentümer: Ginkgo ist kein Sonderfall, der automatisch verboten oder automatisch ideal wäre. Wenn es sich um sauberes, unbehandeltes Holz aus dem Garten oder von einer Fällung handelt, ist es energetisch grundsätzlich verwertbar. Wenn das Material aber lackiert, verleimt, imprägniert oder mit anderen Schadstoffen belastet ist, gehört es nicht in den Ofen. Die Frage ist also weniger „darf man es?“, sondern „ist es wirklich sauberes Brennholz?“ Daraus ergibt sich auch, ob ich es als Haupt- oder Nebenbrennstoff einsetzen würde.

Welche Brenneigenschaften das Holz des Ginkgos hat
Eine 2024 veröffentlichte Pilotstudie beziffert die Holzdichte von Ginkgo biloba mit etwa 0,486 g/cm³ bei 12 % Holzfeuchte. Das ordnet das Holz in den Bereich mitteldichter Hölzer ein. Für den Ofen heißt das: Ginkgoholz ist weder schweres Dauerbrandholz noch besonders leichtes Anzündmaterial. Es brennt brauchbar, aber ich würde es nicht in dieselbe Liga wie klassisches Buchenholz stellen.
Ein Merkblatt des TFZ Bayern zeigt außerdem sehr klar, dass der Heizwert von Holz stärker vom Wassergehalt als von der Holzart beeinflusst wird. Das ist die praktische Klammer für jede Bewertung: Ein gut getrocknetes, eher mitteldichtes Holz schlägt ein feuchtes „gutes“ Brennholz fast immer. Für Ginkgo heißt das in der Praxis: Erst trocknen, dann beurteilen - nicht umgekehrt.
| Holzart | Praxis im Ofen | Mein Urteil |
|---|---|---|
| Ginkgo | Mitteldicht, eher zügiger Abbrand als bei schweren Laubhölzern | Als Zusatzholz gut, als Hauptbrennstoff nur mittel |
| Buche | Dicht, lange Glut, gleichmäßige Wärmeabgabe | Der bewährte Standard für lange Abbrände |
| Fichte | Leicht, zündet schnell, brennt zügig ab | Gut zum Anheizen, nicht für lange Wärme |
Diese Einordnung ist bewusst praxisnah und keine Normmessung für Ginkgoholz selbst. Für mich folgt daraus vor allem eines: Wer Wärme halten will, braucht entweder dichteres Holz oder mischt Ginkgo mit schwereren Scheiten. Wer schnell ein Feuer starten will, kann mit kleineren Ginkgostücken aber durchaus etwas anfangen. Genau deshalb lohnt sich jetzt der Blick auf den sinnvollen Einsatz im Alltag.
Wann Ginkgoholz sinnvoll ist und wann ich es liegen lassen würde
Ich würde Ginkgoholz vor allem dann nutzen, wenn es bereits in brauchbarer Qualität vorliegt und ich keine perfekte Langzeitglut erwarte. Für kleine Zwischenfeuer, zum Aufheizen des Ofens oder als Ergänzung zu Buche, Eiche oder Esche kann das gut funktionieren. Gerade bei dünneren Stücken ist das Holz oft eher unproblematisch, weil es nicht erst mit Gewalt in eine andere Brenncharakteristik gezwungen werden muss.
- Gut geeignet für kleinere Feuer, Übergangsphasen und das Mischen mit dichterem Holz.
- Eher geeignet als Ergänzung, wenn du sowieso gemischtes Brennholz lagerst.
- Weniger geeignet für lange Nachtbrände oder wenn der Ofen möglichst wenig Nachlegen braucht.
- Keine gute Idee bei feuchtem, verschmutztem oder behandeltem Material.
Wenn du also die Frage nach dem sinnvollen Einsatz stellst, antworte ich ziemlich nüchtern: Ja, als Brennholz brauchbar - aber nicht als erste Wahl, wenn maximale Glutdauer und hohe Wärmeleistung das Ziel sind. Wer dagegen nur eine sinnvolle Verwertung von anfallendem Stamm- oder Astholz sucht, kann Ginkgo durchaus in die Brennholzmenge einreihen. Bevor das Holz in den Ofen wandert, entscheidet aber die Aufbereitung über die Hälfte des Ergebnisses.
So bereitest du Ginkgoholz für den Ofen auf
Beim Trocknen behandle ich Ginkgoholz wie jedes andere Scheitholz auch: frisch auf Ofenlänge schneiden, spalten und luftig lagern. Frisch geschlagenes Holz enthält je nach Jahreszeit und Holzart oft 45 bis 60 % Wasser; für den Heizbetrieb sollte der Wassergehalt auf 15 bis 20 % sinken. Für die natürliche Trocknung musst du meist ein bis zwei Jahre einplanen, bei dickeren Stücken auch länger.
- Schneide das Holz auf die Länge deiner Feuerstätte zu und spalte dicke Stücke frühzeitig.
- Staple es sonnig, luftig und mit Abstand zum Boden.
- Schütze die Oberseite vor Regen, aber lass die Seiten offen.
- Miss die Holzfeuchte mit einem Messgerät, bevor du die Scheite einlagerst oder verfeuerst.
- Setze erst bei trockenen Scheiten auf einen sauberen, nicht gedrosselten Abbrand.
Für die Kontrolle reicht ein Gefühl aus dem Bauch selten aus. Das Holz kann außen trocken wirken und innen noch zu feucht sein. Ein Feuchtemessgerät ist bei Brennholz kein Luxus, sondern spart Ärger, Rauch und schlechten Abbrand. Wenn das Holz diesen Punkt erfüllt, bleiben im Grunde nur noch die rechtlichen und technischen Leitplanken.
Welche Regeln und Sicherheitsgrenzen in Deutschland wirklich zählen
Rechtlich ist die Sache in Deutschland erstaunlich klar: In der 1. BImSchV sind für Haushaltsfeuerstätten nur naturbelassene Brennstoffe vorgesehen. Naturbelassen heißt dabei Holz, das ausschließlich mechanisch bearbeitet wurde und bei der Verwendung nicht nennenswert mit Schadstoffen verunreinigt ist. Lackierte, beschichtete oder imprägnierte Holzreste gehören damit nicht in Kamin, Ofen oder Kachelofen.
Das Umweltbundesamt weist zudem darauf hin, dass Holzverbrennung nie emissionsfrei ist und in kleinen Feuerungsanlagen selbst bei gutem Brennstoff Feinstaub, Kohlenmonoxid und andere Schadstoffe entstehen. Aus meiner Sicht ist das der wichtigste Sicherheitsgedanke überhaupt: Sauberes Holz ersetzt keine saubere Verbrennung. Wer mit Ginkgoholz heizt, sollte daher dieselben Standards anlegen wie bei jedem anderen Brennholz auch - trockene Scheite, ausreichend Luft, passende Feuerstätte und keine „Sparflamme“ durch falsches Drosseln.
- Nur Holz einsetzen, das naturbelassen und trocken ist.
- Die Herstellerangaben der Feuerstätte beachten.
- Keine behandelten Möbelreste, Spanplatten oder lackierten Stücke verheizen.
- Offene Kamine nur gelegentlich und nur mit zulässigen Brennstoffen betreiben.
- Bei Unsicherheit den Schornsteinfeger einbeziehen, bevor Probleme im Abgasweg entstehen.
Damit ist die zentrale Grenze gesetzt: Nicht der seltene Baumname ist das Problem, sondern die Qualität des Materials und die Disziplin beim Heizen. Genau daraus leite ich auch die praktische Endbewertung für Ginkgoholz ab.
Meine praktische Einordnung für den Brennholzstapel
Wenn ich Ginkgoholz im Stapel hätte, würde ich es nicht wegwerfen, aber auch nicht als mein bestes Brennholz behandeln. Für gelegentliche Nutzung ist es in Ordnung, vor allem wenn es sauber, gut getrocknet und in passenden Scheitmaßen vorliegt. Wer dagegen eine möglichst lange, ruhige und warme Glut will, fährt mit Buche, Eiche oder ähnlichen schweren Laubhölzern meist besser.
Meine knappe Empfehlung lautet deshalb: Ginkgoholz kann in den Ofen, aber eher als vernünftige Ergänzung als als Spitzenbrennstoff. Gute Stücke mit gerader Faser lassen sich bei Bedarf auch stofflich nutzen, statt sie sofort thermisch zu verwerten. So behandelst du das Holz nicht als Sonderfall, sondern als das, was es in der Praxis ist: ein brauchbarer, aber nicht herausragender Brennstoff mit klaren Grenzen.
